Während des 2.Weltkrieges wurden zum Militär eingezogene Männer durch Zwangsverpflichtungen ersetzt, darunter auch Frauen und Jugendliche
Im Jahr 1939 brach der 2. Weltkrieg aus und viele Feuerwehrmänner mußten einrücken. Anschaffungen waren nicht mehr möglich. Die Feuerwehr erhielt den Namen Feuerpolizei. Als die ersten Bomben über deutsche Städte fielen, ergiengen neue Anordnungen über Löschmaßnahmen, die eifrig studiert und geübt werden mußten. Dort, wo heute die Schorrensiedlung steht, wurde ein Flugplatz eingerichtet. Die Leitung desselben verlangte von der hiesigen Feuerwehr die Erfüllung besonderer Aufgaben im Falle eines Fliegerangriffes. Dabei zeigte sich, daß infolge von Einberufungen zum Kriegsdienst ein starker Wechsel in der Mannschaft zu verzeichnen war. Nur mit Mühe vermochte der Kommandant für die Bedienung der TS 8 eine feste Stamm-Mannschaft vor der Einberufung zu bewahren. Der Kreis Biberach, zu dem Schussenried seit der neuen Kreiseinteilung gehörte, wurde für den Feuerwehrschutz in verschiedene Unterkreise eingeteilt. Unter Kommandant Sitzmann zählten zu einem solchen neben Schussenried als Hauptort die Gemeinden Otterswang, Steinhausen, Muttensweiler, Grodt, Ingoldingen, Winterstettenstadt und Winterstettendorf, in denen jeden Monat gründliche übungen abzuhalten waren. Dabei verminderte sich die Zahl der Feuerwehrmänner ständig durch Einberufungen zum Wehrdienst. Deshalb erging der Befehl, Männer bis zum 65. Lebensjahr zum Feuerwehrdienst zu verpflichten und auszubilden. Schließlich mußte das Bürgermeisteramt als Notmaßnahme auch noch Frauen zum Feuerwehrdienst heranzuziehen. 28 Frauen wurden ausgebildet und mit den Aufgaben des Feuerschutzts und der Brandbekämpfung vertraut gemacht.
Bei Fliegeralarm (der erste war am 22. November 1942) mußte sich die Feuerwehr im Wachlokal des Rathauses melden. Bis Kriegsende wurde die Wehr 71 mal alarmiert. Bei dem furchtbaren Fliegerangriff in Friedrichshafen am 29. Mai 1944 kam die hiesige Feuerwehr mit ihrer TS 8 und mit 9 Mann unter Führung von Paul Jans in Einsatz. Am 16. Juli 1944 fielen Bomben auf Steinhausen, die ein feindliches Flugzeug, das von deutschen Jägern verfolgt wurde, abwarf. 2 Personen erhielten leichte Verletzungen, aber der Sachschaden an 10 Gebäuden durch insgesamt 12 Bomben war beträchtlich. Die Schussenrieder Feuerwehr leistete die notwendigen Aufräumungsarbeiten. Auch am 20. Juli 1944 gingen Bomben im Hinterfelder Wald nieder - aber zum Glück keine Brandbomben. Ihr Ziel war die Eisenbahnlinie Ulm - Friedrichshafen gewesen. 4 Tage danach geriet der Bahnhof Schussenried durch Tiefflieger unter Beschuß, was aber nur geringen Schaden verursachte. Aber der schwerste und gefährlichste Tag stand noch bevor. Am 18. April 1945 griffen feindliche Flieger den Flugplatz an. Die dort stationierten Flugzeuge standen getarnt im umliegenden Wald. über Aichbühl begannen die Bombenabwürfe. Eine Bombe, die zum Glück ein Blindgänger war, traf das Haus des Bauern Ege in Aichbühl. Der Wald beim Schussenursprung geriet infolge eines explodierenden Flugzeuges in Brand, den die Feuerwehr erfogreich bekämpfte.